Brieftauben für die große Weitstrecke

WIE ALLES BEGANN...

Die Liebe zu den Brieftauben begann exakt am 06.06.1985, nachdem wir an Fronleichnam von einem Familienausflug zurückkehrten und am Straßenrand eine erschöpfte Brieftaube fanden, die ich dann "Froni" taufte und wieder gesund pflegte. Nach einigen Wochen wurde die Behausung zu klein und zusammen mit meinem Vater wurde auf einem Nebengebäude in der Dachspitze ein kleiner Taubenschlag errichtet. Viele Stunden habe ich hier vor dem Fenster der Schlagtür verbracht und die Tauben beobachtet. Wenn man mich in dieser Zeit suchte, so war ich meistens an diesem Ort zu finden. Zunächst waren es neben zugeflogenen Brieftauben Strasser und Mövchen, die ums Haus flogen. Die Tauben wurden so zahm gemacht, dass sie mir schon auf dem Hof auf die Schulter flogen. In meinem Verwandtenkreis gibt/gab es mehrere Taubenzüchter, die Faszination für diese Tiere muss wohl in den Genen liegen...


WEITSTRECKE...

Im Frühjahr 2008 wurde mit viel Hilfe der Vereinskollegen ein Gartenschlag errichtet, um endlich wieder Brieftauben halten zu können. Zunächst wurden Zuchttauben der Vereinskollegen Dr. Hans-Ludwig Klein und Dieter Knop gehalten. Einige Ammentauben, welche die Nachzucht hochbringen sollten, flogen ums Haus... Soweit der Plan...Aber schon schnell merkte ich, aktiv wieder am Reisegeschehen teilnehmen zu wollen. Um heute erflogreich im RV-Promm mitspielen zu können, bedarf es nach meiner Meinung einem enormen zeitlichen Aufwand (pünktliches tägliches Training, über 12 Wochen nonstop Flüge,...), den ich aus beruflichen und familiären Gründen nicht aufbringen kann.

Auf der Suche nach Alternativen bin ich auf die Weitstrecke aufmerksam geworden. Hier hat man die Möglichkeit, sellbst einige "Highlights" im Jahr festzulegen, und die RV-Flüge zum Training zu nutzen. Zum damaligen Zeitpunkt war ich mir der "Faszination Weitstrecke" und der Schwierigkeit meiner Unternehmung aufgrund der geografischen Lage, gar nicht voll bewusst. Eher die äußeren Rahmenbedingungen waren Anlass, mich für dieses Hobby zu entscheiden. Auf Klassikern wie Marseille und Barcelona wurden breits in meiner Jugendzeit von Vereinskollegen hier in Brochterbeck erfolgreich gereist, es gab sogar einen eigenen Weitstreckenclub.


SCHLAGANLAGE...

links 2 Abteile für Zuchttauben, rechts zwei Schläge für Reisetauben
links 2 Abteile für Zuchttauben, rechts zwei Schläge für Reisetauben

BREIFTAUBENSPORT ALS HOBBY...

Für mich sind die Tauben eine faszinierende Freizeitbeschäftigung. Dabei bietet das Hobby eine für Außenstehende nicht ersichtliche, sehr komplexe Themenvielfalt: Ernährung und Biologie, Vererbungslehre und Zuchtstrategie, Meterologie und Geografie, Management,Training und Motivation sind nur einige Facetten dieses Sports. Um erfolgreich zu sein muss man möglichst viele dieser Disziplinen beherrschen. In erster Linie bin ich aber Taubenliebhaber. Für mich gibt es nichts schöneres, an einem Sommermorgen kurz nach Sonnenaufgang die Taubenschläge zu öffnen, und die Tiere bei ihrem ausgelassenen Training hoch oben am Himmel zu beobachten. Nicht ein Pokal am Ende der Flugsaison ist wichtig, sondern der tägliche Umgang mit den Tauben, das Brechen der Eier, das Anlernen der Jungtauben, das Zusammensetzten neuer Zuchtpaare, die Trainingsflüge am Haus.... Trotzdem bin ich ehrgeizig, was das erfolgreiche Abschneiden auf den Weitstreckenflügen angeht. Hier sehe ich mich absolut in der Verantwortung, nur bestens vorbereitete Tauben an den Start zu bringen. Es gibt bei mir auch einige Tauben, die aufgrund ihrer Farbe, ihrem zutraulichen Verhalten meinen Kindern und mir viel Freude machen, ohne an einem Wettflug teilzunehmen. Leistung wird in unserer Gesellschaft immer mehr gefordert, in meinem Hobby bewahre ich mir einige "Freiräume" hier von auf.

BILDER...

WEITSTRECKE OBERHAUSEN....

Meine Vorbereitungsflüge Richtung Süd-West und das Einsetzen der Tauben für die internationalen Preisflüge erfolgt in der RV Westliches Ruhrgebiet Weitstrecke Oberhausen e.V. 

Die Hilfbereitschaft und Freundlichkeit aller Züchter, insbesondere vom Einsatzstellenleiter "Toni" Preylowski lassen mich den relativ weiten Anfahrtsweg gerne aufnehmen.